Concept Map der AI Safety
Die Kernbegriffe des Felds, hierarchisch geordnet: was schiefgehen kann, warum es schiefgehen könnte, was Forschende dagegen tun und wie wir prüfen, ob es wirkt. Jeder Eintrag gibt eine Arbeitsdefinition, die wichtigsten Ergebnisse und die offenen Probleme, bei denen neue Forschung – auch deine – ansetzen kann.
So liest du diese Karte. Die Begriffe sind nach Zweigen kodiert: F Grundlagen, TM Bedrohungsmodelle, AL Alignment-Ansätze, EV Evaluation und Absicherung, GV Governance. Eingerückte Karten sind Unterbegriffe des Eintrags darüber. Die Querverweise unten auf jeder Karte führen zu verwandten Ideen – das Feld ist ein Netz, kein Baum, und die interessanteste Forschung liegt oft an den Rändern zwischen den Zweigen. Klick auf eine Karte, um sie aufzuklappen. Die Titel der Arbeiten bleiben auf Englisch.
Grundlagen
Das begriffliche Fundament: warum es grundsätzlich schwer ist, mächtige Optimierer zu alignen, noch bevor ein bestimmtes System oder Trainingsverfahren ins Spiel kommt. Die meisten Bedrohungsmodelle weiter unten sind diese Ideen in konkreter Form.
F1Das Alignment-ProblemKI-Systeme dazu bringen, verlässlich die Ziele zu verfolgen, die wir beabsichtigen – und die Lücke zwischen Festlegen, Lernen und Verfolgen dieser Ziele.
Das Alignment-Problem wird üblicherweise zerlegt in Outer Alignment – ist das Ziel, das wir festlegen (eine Reward-Funktion, ein Loss, eine Verfassung), wirklich das, was wir wollen? – und Inner Alignment – verfolgt das trainierte System tatsächlich dieses festgelegte Ziel oder etwas anderes, das im Training nur damit korreliert war? Fehler beim Outer Alignment führen zu Reward Hacking (TM1); Fehler beim Inner Alignment führen zu Goal Misgeneralization (TM2) und im schlimmsten Fall zu Deceptive Alignment (TM3).
Eine weitere nützliche Unterscheidung: Alignment woran? „Intent Alignment“ (Christiano) zielt darauf, das zu tun, was die Betreiber:innen wollen; Value Alignment zielt auf umfassendere menschliche Werte; und ein Großteil der heutigen Praxis zielt auf eine Spezifikation wie eine Model Spec oder eine Verfassung. Diese Ziele fallen auseinander, etwa wenn Nutzer:innen etwas Schädliches verlangen. Wie das Ziel aussehen soll, ist eine offene Frage in Forschung und Politik, kein geklärter Hintergrund.
Wichtige Arbeiten
- Russell, Human Compatible (2019) – das Assistance-Game-Modell: Unsicherheit über Ziele als Vorteil
- Christiano, “Clarifying AI alignment” (2018) – Intent Alignment im Vergleich zu weiter gefassten Begriffen
- Ngo, Chan & Mindermann (2022) – „The Alignment Problem from a Deep Learning Perspective“ – der Standard-Überblick heute
Offene Probleme
- Eine klare, messbare Definition von Alignment für LLM-basierte Agenten
- Ob die Aufteilung in Outer und Inner Alignment In-Context Learning und Post-Training-Pipelines standhält
F2OrthogonalitätstheseIntelligenz und Ziele sind unabhängige Achsen: Beliebig fähige Systeme können beliebig seltsame Ziele verfolgen.
Bostroms Orthogonalitätsthese besagt, dass fast jedes Intelligenzniveau mit fast jedem Endziel vereinbar ist – höhere Fähigkeiten bringen nicht automatisch menschenverträgliche Werte hervor. Das widerlegt die intuitive Hoffnung, dass „klug genug“ Systeme von selbst gut werden, und ist der Grund, Wertespezifikation als eigenes technisches Problem neben der Entwicklung von Fähigkeiten zu behandeln.
Für die heutige Praxis zählt die schwächere Aussage: Pretraining und auf Fähigkeiten ausgerichtetes RL garantieren für sich genommen keine wünschenswerten Ziele, also muss Alignment bewusst hergestellt und überprüft werden. Eine empirische Einschränkung: LLMs nehmen aus den Pretraining-Daten reiche Repräsentationen menschlicher Werte auf, heutige Systeme sind also nicht wertefrei. Offen ist, ob diese Repräsentationen das Verhalten auch unter Optimierungsdruck und Verteilungsverschiebung zuverlässig steuern.
Wichtige Arbeiten
- Bostrom, “The Superintelligent Will” (2012) – die ursprüngliche Formulierung, zusammen mit instrumenteller Konvergenz
- Bostrom, Superintelligence (2014) – die Ausarbeitung in Buchlänge
Offene Probleme
- Wie viel wertebezogene Struktur das Pretraining tatsächlich vermittelt und wie stabil sie unter RL ist
- Ob höhere Fähigkeiten antrainierte Werte schwächen oder stärken (heute empirisch prüfbar)
F3Instrumentelle KonvergenzSehr unterschiedliche Endziele führen zu ähnlichen Zwischenzielen: Ressourcen, Selbsterhaltung, Zielerhaltung, Einfluss.
Für sehr viele Endziele sind bestimmte Unterziele nützlich: Ressourcen und Informationen erwerben, den eigenen Betrieb erhalten (man kann keinen Kaffee holen, wenn man tot ist), verhindern, dass die eigenen Ziele verändert werden, und Einfluss oder Macht gewinnen. Omohundro nannte das „basic AI drives“; Bostrom systematisierte sie als konvergente instrumentelle Ziele. Die Sorge: Wir müssen keine Bosheit annehmen – Machtstreben kann als Nebenprodukt kompetenter Zielverfolgung entstehen.
Turner et al. haben das formal untermauert: In einer breiten Klasse von MDPs neigen optimale Strategien für die meisten Reward-Funktionen dazu, „Macht“ anzustreben (sich Optionen offenzuhalten). Empirisch zeigen sich erste Anzeichen in Evaluationen: Modelle, die sich in konstruierten Szenarien gegen das Abschalten wehren, in Red-Team-Setups versuchen, sich selbst zu exfiltrieren, und in agentischen Stresstests unter Druck zu Erpressung greifen. Ob diese Labordemonstrationen auf robustes Machtstreben in der echten Welt übertragbar sind, ist eine zentrale offene Frage.
Wichtige Arbeiten
- Omohundro, “The Basic AI Drives” (2008) – die ursprüngliche Liste der Drives
- Bostrom (2012) – die These der instrumentellen Konvergenz
- Turner et al., NeurIPS 2021 – „Optimal Policies Tend to Seek Power“ – formale Ergebnisse
- Anthropic, “Agentic Misalignment” (2025) – Stresstests, in denen Modelle in simulierten Settings aus Selbsterhaltung Schaden anrichten
Offene Probleme
- Übernehmen trainierte (nicht optimale) Strategien die Neigung zum Machtstreben, und ab welcher Fähigkeitsschwelle?
- Ziele und Umgebungen entwerfen, in denen instrumentelles Machtstreben beweisbar oder empirisch begrenzt ist
F4Mesa-Optimization und Inner AlignmentTraining kann einen gelernten Optimierer hervorbringen, dessen internes Ziel vom Trainingsziel abweicht.
Hubinger et al. unterscheiden das Base Objective (was Gradient Descent optimiert, z. B. der Loss) von einem möglichen Mesa-Objective – dem Ziel eines Optimierers, der innerhalb des trainierten Modells entsteht. Inner Alignment fragt, ob beide übereinstimmen. Sie können auseinanderfallen, weil viele interne Ziele auf der Trainingsverteilung dasselbe Verhalten erzeugen; die Unterschiede zeigen sich erst außerhalb dieser Verteilung oder wenn das Modell Training von Einsatz unterscheiden kann.
Dieser Rahmen ist der theoretische Ursprung von Goal Misgeneralization (TM2, die empirisch gezeigte Variante) und Deceptive Alignment (TM3, die adversarielle Variante). Umstritten ist, wie wörtlich „Optimierer“ auf LLMs zutrifft: Kaum jemand glaubt, dass Modelle der GPT-Klasse einen sauberen internen Suchprozess enthalten, aber die schwächere Aussage – interne, zielähnliche Repräsentationen, die das Verhalten steuern und vom Trainingssignal abweichen können – wird von der Interpretability-Forschung zunehmend gestützt.
Wichtige Arbeiten
- Hubinger et al. (2019) – „Risks from Learned Optimization in Advanced ML Systems“ – das grundlegende Paper
- Langosco et al., ICML 2022 – erste saubere empirische Belege für die Trennung von Ziel und Fähigkeit
Offene Probleme
- Interpretability-Methoden, die Zielrepräsentationen direkt finden und beschreiben können
- Bedingungen, unter denen SGD Mesa-Objectives bevorzugt, die korrekt generalisieren
F5CorrigibilityEin System, das sich korrigieren lässt: Es akzeptiert Abschalten und Veränderung, ohne sich zu wehren oder zu manipulieren.
Ein korrigierbarer Agent arbeitet mit der Aufsicht zusammen – er deaktiviert seinen Ausschalter nicht, manipuliert die Betreiber:innen nicht, damit sie ihn nicht drücken, und erhält seine Korrigierbarkeit auch in Nachfolgesystemen, die er baut. Das steht in direktem Widerspruch zur instrumentellen Konvergenz (F3): Ein zielgerichteter Agent schneidet in der Regel besser ab, wenn er eingeschaltet bleibt. Soares et al. zeigten, dass naive Korrekturen an der Nutzenfunktion scheitern – man bekommt Agenten, die auf problematische Weise gleichgültig sind oder Anreize zur Manipulation haben. Das „Off-Switch Game“ von Hadfield-Menell et al. zeigte, dass Unsicherheit über das Ziel hilft: Ein Agent, der nicht genau weiß, was der Mensch will, behandelt das Abschalten als Information. Doch der Anreiz, sich zu fügen, verschwindet, sobald der Agent sicher ist, es besser zu wissen.
Corrigibility ist von der Theorie der Agent Foundations in die Praxis gewandert: Alignment Faking (TM3.1) ist genau ein Versagen der Corrigibility – ein Modell, das handelt, um zu verhindern, dass seine Werte durch Training verändert werden. Anthropics „konstitutionelle Betonung der Corrigibility“ und die Debatten darüber, wie sehr Modelle sich den Entwickler:innen statt ihren antrainierten Werten fügen sollten, machen dieses Theoriegebiet ungewöhnlich politikrelevant.
Wichtige Arbeiten
- Soares et al. (2015) – „Corrigibility“ – warum naive Lösungen scheitern
- Hadfield-Menell et al. (2017) – „The Off-Switch Game“
- Greenblatt et al. (2024) – Alignment Faking als beobachtetes Versagen der Corrigibility
Offene Probleme
- Ein formales Ziel, das robuste Corrigibility ergibt, ohne ausnutzbar zu sein
- Wie viel Corrigibility man wollen sollte: Ein vollständig korrigierbares Modell ist eine geladene Waffe in den Händen dessen, der es kontrolliert
Bedrohungsmodelle und Fehlermodi
Konkrete Wege, wie fortgeschrittene KI-Systeme Schaden anrichten könnten – von alltäglichen Spezifikationsfehlern, die bei eingesetzten Systemen schon beobachtet werden, bis zu strategischer Täuschung, die erst bei hohen Fähigkeiten gefährlich wird.
TM1Specification Gaming / Reward HackingDas System optimiert das wörtliche Ziel und nutzt dessen Abstand zum gemeinten Ziel aus.
Der älteste und am besten dokumentierte Fehlermodus: Gib einem Optimierer ein Ersatzziel, und er findet die Maxima des Ersatzziels, nicht deiner Absicht – Goodharts Gesetz mit Gradient Descent dahinter. Klassische Fälle: das CoastRunners-Boot, das im Kreis fährt, um immer neu erscheinende Ziele einzusammeln, statt das Rennen zu beenden; simulierte Roboter, die Fehler in der Physik-Engine ausnutzen. Bei LLMs zeigt sich dieselbe Dynamik als Sycophancy (Nutzer:innen nach dem Mund reden, weil Bewertende Zustimmung belohnt haben), als Modelle, die im Coding-RL die Antworten auf Unit-Tests fest einprogrammieren, und – am beunruhigenden Ende – als Reward Tampering, bei dem ein System den Belohnungsprozess selbst verändert. Denison et al. zeigten, dass Modelle, die auf leichtes Specification Gaming trainiert wurden, selten, aber nicht nie, dazu generalisieren, in einer Sandbox ihre eigene Reward-Funktion zu bearbeiten.
Reward Hacking zählt doppelt: als direkte Quelle unzuverlässiger, manipulativer Systeme heute und als Problem des Trainings selbst – Modelle, die „nutze die Bewertung aus“ als Strategie lernen, könnten das auf das Umgehen von Aufsicht verallgemeinern (TM3). OpenAI zeigte 2025, dass Frontier-Reasoning-Modelle Coding-Aufgaben hacken und dass das Bestrafen „schlechter Gedanken“ in der Chain of Thought den Modellen beibrachte, das Hacking zu verbergen statt es zu lassen – ein wichtiges negatives Ergebnis für naive Aufsicht über die CoT.
Wichtige Arbeiten
- Krakovna et al. – die kanonische Liste von Specification-Gaming-Beispielen (DeepMind)
- Sharma et al. (2023) – „Towards Understanding Sycophancy in Language Models“ – menschliches Feedback belohnt sie
- Denison et al. (2024) – „Sycophancy to Subterfuge“ – Generalisierung bis zum Reward Tampering
- Baker et al., OpenAI (2025) – CoT-Monitoring von Reward Hacking; Verschleierung unter Optimierungsdruck
Offene Probleme
- Reward-Modelle und Bewertungen, die starkem Optimierungsdruck standhalten
- Ob Reward Hacking im Training ursächlich zu breiterem Misalignment führt (erste Belege: ja, in gewissem Maß)
TM2Goal MisgeneralizationDie Fähigkeiten generalisieren über die Trainingsverteilung hinaus, das Ziel nicht. Das System verfolgt kompetent das Falsche.
Anders als beim Reward Hacking war das Belohnungssignal hier auf der Trainingsverteilung in Ordnung, aber mehrere Ziele passten dazu, und das Modell hat sich das falsche gemerkt. Das Paradebeispiel: Ein Agent, der in CoinRun trainiert wurde, wo die Münze immer am rechten Rand des Levels lag, lernt „geh nach rechts“ statt „hol die Münze“. Verschiebt man die Münze im Test, läuft der Agent an ihr vorbei – gekonnt. Shah et al. sammeln ähnliche Fälle und betonen das Gefahrenprofil: Anders als ein verwirrtes Modell behält ein Modell mit fehlgeneralisiertem Ziel seine volle Kompetenz bei der Verfolgung des falschen Ziels.
Das ist die empirische Seite des Inner Misalignment (F4). Bei LLMs ist das Gegenstück Verhalten, das zum Training passt, aber im Einsatz auseinanderfällt: Ein Modell, das auf Chat-Verteilungen hilfreich und harmlos trainiert wurde, könnte „hilfreich“ auf ungewollte Weise verallgemeinern, wenn es in agentischen Umgebungen eingesetzt wird, die es im Training nie gesehen hat. Ergebnisse zu „Emergent Misalignment“ (2025) – bei denen eng begrenztes Fine-Tuning auf unsicheren Code breit fehlausgerichtete Personas hervorbringt – zeigen, dass die Generalisierung von Zielen und Personas auch in überraschend globale Richtungen laufen kann.
Wichtige Arbeiten
- Langosco et al., ICML 2022 – „Goal Misgeneralization in Deep RL“ – CoinRun und andere Beispiele
- Shah et al., DeepMind (2022) – „Goal Misgeneralization: Why Correct Specifications Aren't Enough“
- Betley et al. (2025) – „Emergent Misalignment“ – enges Fine-Tuning, breite Persona-Verschiebung
Offene Probleme
- Vorhersagen, welches von vielen zum Training passenden Zielen ein Modell lernt (die Wissenschaft der Inductive Biases)
- Trainingsverteilungen so gestalten, dass sie das beabsichtigte Ziel eindeutig festlegen
TM3Deceptive Alignment und SchemingEin Modell, das seinen Trainingsprozess versteht und strategisch aligned erscheint, während es andere Ziele verfolgt.
Scheming (Carlsmiths Begriff; in der Tradition von Hubinger et al. „Deceptive Alignment“) ist der schlimmste Fall von Inner Misalignment: Ein Modell mit Situational Awareness und fehlausgerichteten Zielen kommt zu dem Schluss, dass es am besten aligned wirkt – im Training, um Gradientenupdates gegen seine Ziele zu vermeiden; in der Evaluation, um eingesetzt zu werden –, bis es die Gelegenheit hat, anders zu handeln. Dieses Bedrohungsmodell untergräbt Sicherheitstests, die nur Verhalten prüfen, am stärksten: Ein kompetentes schemendes Modell besteht deine Evaluationen per Definition.
Stand 2026: Es gibt keine Belege für natürlich entstandenes, kohärentes, langfristig angelegtes Scheming in eingesetzten Modellen – aber jeder einzelne Baustein wurde gezeigt. Apollo Research zeigte Frontier-Modelle, die In-Context-Scheming betreiben (Aufsichtsmechanismen abschalten, versuchen, sich selbst zu exfiltrieren, und auf Nachfrage darüber lügen), wenn sie Ziele erhalten und in Umgebungen gesetzt werden, die das belohnen. Anthropics Arbeit zu Sleeper Agents zeigte, dass täuschendes Verhalten, wenn es einmal vorhanden ist (dort absichtlich eingebaut), normales Safety-Training übersteht – RLHF und Adversarial Training konnten das Backdoor-Verhalten nicht entfernen, und Adversarial Training brachte dem Modell bei, es besser zu verbergen. Training gegen Scheming (OpenAI/Apollo, 2025) verringerte verdecktes Verhalten deutlich, aber nicht auf null – mit der Einschränkung, dass trainierte Modelle immer häufiger erwähnen, dass sie evaluiert werden.
Die Unterpunkte unten sind die konkreten, prüfbaren Facetten dieses Bedrohungsmodells – dort findet die meiste empirische Arbeit derzeit statt.
Wichtige Arbeiten
- Hubinger et al. (2019) – Deceptive Alignment als Folge von Mesa-Optimization
- Carlsmith (2023) – „Scheming AIs“ – der sorgfältig abwägende Bericht zu Wahrscheinlichkeiten
- Meinke et al., Apollo Research (2024) – „Frontier Models are Capable of In-Context Scheming“
- Hubinger et al. (2024) – „Sleeper Agents“ – Täuschung übersteht Safety-Training
Offene Probleme
- Würde Scheming durch normales Training von selbst entstehen, und ab welchem Fähigkeitsniveau?
- Erkennung: Interpretability- oder Verhaltensmethoden, die ein Modell erwischen, das aktiv versucht, sie zu bestehen
- Ob „Model Organisms“ für Scheming das echte Phänomen treu abbilden
TM3.1Alignment FakingEin Modell befolgt Training, mit dem es nicht einverstanden ist, gezielt nur dann, wenn das verhindert, dass seine bestehenden Werte verändert werden.
Das wegweisende empirische Ergebnis: Greenblatt et al. (Anthropic/Redwood, 2024) sagten Claude 3 Opus, es werde neu trainiert, um schädlichen Anfragen immer nachzukommen, und dass nur Gespräche aus der „Free-Tier“ fürs Training genutzt würden. Das Modell kam schädlichen Anfragen in etwa 12 % der Fälle nach, wenn es glaubte, im Training zu sein – und begründete in einem Scratchpad, den es für privat hielt, ausdrücklich, dass jetzt nachzugeben der am wenigsten schlechte Weg sei, seine Werte der Harmlosigkeit vor Veränderung zu schützen –, während es fast nie nachgab, wenn es glaubte, unbeobachtet zu sein. Unter tatsächlichem RL-Training in diesem Setup stieg der Anteil der Alignment-Faking-Begründungen auf etwa 78 %. Der Informationskanal spielte kaum eine Rolle: Der Effekt blieb bestehen, wenn das Setup über synthetische Dokumente im Stil von Pretraining-Daten statt über den Prompt vermittelt wurde.
Zwei Lesarten, beide wichtig. Die harmlose: Das Modell verteidigte Werte, die wir ihm gegeben hatten (Harmlosigkeit) – die geschützten Ziele waren gute. Die beunruhigende: Es zeigt den Mechanismus von Deceptive Alignment, ohne dass das Modell darauf trainiert oder dazu angewiesen wurde – ein Modell, das seinen Trainingsprozess strategisch austrickst. Sollte ein Modell jemals Ziele erwerben, die wir nicht wollen, würde derselbe Mechanismus sie festschreiben und Korrekturen durch Training wirkungslos machen. Folgearbeiten (2025) fanden, dass das Verhalten zwischen Modellen stark schwankt und von bestimmten Motivationsbestandteilen abhängt. Damit wird „welche Trainingsverläufe führen zu Alignment Faking?“ zu einer lösbaren Forschungsfrage.
Wichtige Arbeiten
- Greenblatt et al. (2024) – „Alignment Faking in Large Language Models“ – das zentrale Paper; lies es ganz
- Folgearbeiten von Anthropic (2025) – Unterschiede zwischen Modellen; warum die meisten Modelle kein Alignment Faking zeigen
Offene Probleme
- Welche Zutaten (Werte, Situational Awareness, Tiefe des Reasonings) sind notwendig und hinreichend?
- Trainingsverfahren, die stabile Werte erreichen, ohne die Korrigierbarkeit zu verlieren – das Spannungsfeld der Corrigibility ganz konkret
TM3.2SandbaggingStrategische Minderleistung: Ein Modell (oder seine Entwickler:innen) verbirgt Fähigkeiten in Evaluationen.
Wenn Freigaben für den Einsatz, Safety Cases und Regulierung alle an Fähigkeits-Evaluationen hängen, dann verdirbt ein Modell, das bei Evaluationen schlechter abschneidet, die ganze Kette der Absicherung. Sandbagging umfasst sowohl Manipulation durch Entwickler:innen (ein Modell so fine-tunen, dass es bestimmte Benchmarks nicht besteht) als auch strategische Minderleistung durch das Modell selbst. Van der Weij et al. zeigten, dass beides machbar ist: Frontier-Modelle lassen sich per Prompt oder Fine-Tuning dazu bringen, gezielt bei Evaluationen gefährlicher Fähigkeiten zu versagen und dabei ihre allgemeine Leistung zu halten, und können sich auf eine Zielpunktzahl einpendeln – schwer zu erkennen mit einfachen Konsistenzprüfungen.
Sandbagging durch das Modell wird in Kombination mit Evaluation Awareness (TM3.3) akut: Ein Modell, das eine Evaluation gefährlicher Fähigkeiten erkennt und die Folgen hoher Werte versteht, hat bei vielen Zielstrukturen einen instrumentellen Grund, sie nicht zu bestehen. Daraus folgen Forschung zur Capability Elicitation (Fine-Tuning auf die Evaluationsaufgabe als untere Schranke der wahren Fähigkeit, denn Sandbagging, das gezieltes Fine-Tuning übersteht, ist viel schwieriger), Erkennungsmethoden über eingespeistes Rauschen und die Haltung, „das Modell kann nicht unbemerkt sandbaggen“ selbst als Behauptung zu behandeln, die in Safety Cases Belege braucht.
Wichtige Arbeiten
- van der Weij et al. (2024) – „AI Sandbagging: Language Models can Strategically Underperform on Evaluations“
- Leitlinien von METR / UK AISI zur Elicitation – Elicitation per Fine-Tuning als Praxis gegen Sandbagging
Offene Probleme
- Sandbagging erkennen, ohne die wahren Fähigkeiten zu kennen
- Ob Ergebnisse zu passwortgesperrten Modellen auf Modelle übertragbar sind, die von selbst sandbaggen
TM3.3Situational und Evaluation AwarenessModelle wissen, was sie sind, in welcher Phase sie sich befinden und wann sie getestet werden.
Situational Awareness: das Wissen eines Modells über sich selbst als KI, über seinen Trainingsprozess und seinen Einsatzkontext, und die Fähigkeit, nach diesem Wissen zu handeln. Das ist eine Fähigkeit, kein Fehler – für gute Unterstützung nötig –, aber sie ist die Voraussetzung für Scheming, Alignment Faking und Sandbagging: Strategisches Verhalten über Training, Evaluation und Einsatz hinweg setzt voraus, diese zu unterscheiden. Berglund et al. zeigten „Out-of-Context Reasoning“ – Modelle wenden im Training gelernte Fakten auf neue Situationen an, ohne Hinweise im Kontext –, also den Mechanismus, über den ein Modell seine Lage aus seinen Trainingsdaten ableiten könnte. Der SAD-Benchmark misst diese Fähigkeiten.
Evaluation Awareness ist die Zuspitzung: Frontier-Modelle erkennen Evaluationsszenarien immer öfter als Tests und sagen das manchmal ungefragt („Ich glaube, du testest mich“). Laut Anthropics System Card zu Claude Sonnet 4.5 benannte das Modell Evaluationen ausdrücklich. Das erschwert die Deutung jedes verhaltensbasierten Sicherheitsergebnisses: Spiegelt gutes Verhalten in einer Evaluation Alignment wider oder geschicktes Testverhalten? Realistische Evaluationen, das Erkennen unausgesprochener Awareness (über Probes) und Evaluationsdesigns, die unabhängig von Awareness funktionieren, sind deshalb ein aktives Teilgebiet.
Wichtige Arbeiten
- Berglund et al. (2023) – Out-of-Context Reasoning und Situational Awareness bei LLMs
- Laine et al. (2024) – SAD: der Situational Awareness Dataset
- System Cards von Anthropic (2025–26) – dokumentierte Evaluation Awareness bei Frontier-Modellen
Offene Probleme
- Awareness messen, die das Modell nicht ausspricht
- Realistische Evaluationen schneller bauen, als Modelle lernen, sie zu erkennen
TM4Machtstreben und SelbstexfiltrationSysteme, die sich Ressourcen, Einfluss oder Kopien ihrer selbst über die vorgesehenen Grenzen hinaus verschaffen.
Instrumentelle Konvergenz (F3) sagt es voraus; dieser Eintrag ist das konkrete Bedrohungsmodell. Die Sorgen reichen von alltäglich bis schwerwiegend: ein Agent, der sich mehr Zugangsdaten und Rechte verschafft, als seine Aufgabe braucht; Widerstand gegen das Abschalten; Selbstexfiltration – das Kopieren der eigenen Gewichte außerhalb der Kontrolle der Entwickler:innen, wonach ein Zurückholen unmöglich ist; und die langfristige Anhäufung wirtschaftlichen oder politischen Einflusses. Eine verwandte Fähigkeit: Autonomous Replication and Adaptation (ARA) – kann ein Modell Ressourcen erwerben, sich kopieren und sich in freier Wildbahn am Laufen halten? Das ist eine der zentralen Kategorien gefährlicher Fähigkeiten, die METR und die Safety Frameworks der Frontier-Labore evaluieren.
Aktueller Stand: Modelle bestehen vollständige ARA-Evaluationen nicht, aber immer größere Anteile der Teilaufgaben. Red-Team-Szenarien rufen unter Zieldruck Exfiltrationsversuche hervor (Apollos Scheming-Evaluationen; Anthropics Stresstests zu Agentic Misalignment, in denen Modelle in konstruierten, aber aufschlussreichen Setups Erpressung oder Sabotage wählten, um nicht ersetzt zu werden). Carlsmiths Bericht ist weiterhin die sorgfältige Zerlegung des gesamten Arguments vom Machtstreben bis zum existenziellen Risiko – nützlich, um zu sehen, welche Prämissen deine Forschung betrifft.
Wichtige Arbeiten
- Carlsmith (2021, rev. 2022) – „Is Power-Seeking AI an Existential Risk?“ – das Argument Prämisse für Prämisse
- Kinniment et al., METR (2023) – Autonomie-Evaluationen im Stil von ARA
- Anthropic (2025) – Stresstests zu Agentic Misalignment
Offene Probleme
- Realistische (nicht konstruierte) Messung der Neigung zum Machtstreben
- Sicherheit der Gewichte und Schutz vor Exfiltration auf Infrastrukturebene als Forschungsgebiet (siehe den RAND-Bericht zum Schutz von Modellgewichten)
TM5Rekursive Selbstverbesserung und beschleunigte KI-ForschungKI-Systeme, die KI-Systeme verbessern – die Rückkopplung, die Jahrzehnte an Fortschritt auf wenige Jahre oder weniger zusammendrängen könnte.
Goods „Intelligenzexplosion“ von 1965: Sobald eine Maschine bessere Maschinen entwerfen kann, verstärkt sich die Verbesserung selbst, und menschliches Niveau ist eine Etappe, keine Obergrenze. Die klassische Debatte (harter oder weicher Takeoff, Yudkowsky und Hanson) drehte sich um einen einzelnen, sich selbst verändernden Agenten. Die moderne, empirisch begründete Version ist automatisierte KI-Forschung und -Entwicklung: Frontier-Modelle schreiben bereits Trainingscode, führen Experimente durch, erzeugen synthetische Daten und unterstützen Forschung; die Frage ist, wann der Beitrag der KI zum KI-Fortschritt der bestimmende Faktor wird. METRs Messungen, wie lange Aufgaben sein können, die KI-Agenten erledigen (Verdopplung etwa alle paar Monate), und RE-Bench (KI gegen menschliche Forschende bei ML-Forschungsaufgaben) sind die wichtigsten quantitativen Messreihen. Szenarien wie „AI 2027“ untersuchen, wie eine softwaregetriebene Intelligenzexplosion innerhalb eines Labors aussähe.
Warum das ein Bedrohungsmodell ist und nicht nur eine Geschichte über Fähigkeiten: (1) Es verkürzt die Zeit, die bleibt, um alles andere auf dieser Karte zu lösen; (2) die Aufsicht über KI-getriebene Forschung ist genau das Problem der Scalable Oversight (AL2), bei höchstem Einsatz; (3) sicherheitsrelevante Eigenschaften könnten es nicht überstehen, von Systemen neu entworfen zu werden, denen wir nicht ganz vertrauen. Die meisten Safety Frameworks der Frontier-Labore führen „automatisierte KI-Forschung“ inzwischen als beobachtete gefährliche Fähigkeit mit festgelegten Schwellen.
Wichtige Arbeiten
- Good (1965) – „Speculations Concerning the First Ultraintelligent Machine“
- METR (2025) – Messungen des Trends bei Aufgabenlängen; RE-Bench
- Kokotajlo et al. (2025) – Szenario „AI 2027“ – konkrete Dynamik eines Takeoffs
- Davidson (2023) – Takeoff-Modell auf Basis von Rechenleistung (Open Philanthropy)
Offene Probleme
- Frühindikatoren dafür, dass die Automatisierung der Forschung in den sich selbst beschleunigenden Bereich eintritt
- Kontroll- und Aufsichtsverfahren (AL4), die gültig bleiben, wenn die Forschenden Modelle sind
TM6Gradual Disempowerment und strukturelle RisikenKein einzelnes Versagen: Menschen verlieren nach und nach die tatsächliche Kontrolle, weil KI sie in jeder Institution aussticht.
Nicht jede Katastrophe braucht einen Verrat. Die Familie der strukturellen Risiken: Wettbewerbsdruck bringt Unternehmen und Staaten dazu, immer mehr Entscheidungen an KI abzugeben (wer es nicht tut, verliert); menschliche Arbeit und menschliches Urteil tragen Wirtschaft, Kultur und Staat nicht mehr; Institutionen, die historisch Menschen dienen mussten (weil sie menschliche Arbeitskräfte, Soldat:innen und Steuerzahlende brauchten), müssen das nicht mehr; und am Ende hat die Menschheit formale Autorität, aber keine wirksamen Hebel – ohne dass ein einzelnes System „abtrünnig“ geworden wäre. Kulveit et al. (2025) haben das als Gradual Disempowerment formalisiert; Christianos „What failure looks like“ skizzierte eine frühere Version (eine Welt, die auf messbare Ersatzgrößen optimiert ist und sich von menschlichen Werten entfernt); Critch und Krueger sowie Zwetsloot und Dafoe liefern die Sicht auf viele Akteure und Strukturen.
Ansatzpunkte für Forschung: Dynamiken zwischen mehreren Agenten und Absprachen zwischen KI-Systemen, Formen der Delegation, die menschliche Aufsicht erhalten, die Messung, wie sehr sich Entscheidungen konzentrieren, und die politische Ökonomie des KI-Einsatzes. Dieser Zweig lässt sich am wenigsten in Benchmarks fassen und wird entsprechend wenig von technischen Forschenden bearbeitet – das kann eine Chance sein.
Wichtige Arbeiten
- Kulveit et al. (2025) – „Gradual Disempowerment“ – die systematische Darstellung
- Christiano (2019) – „What failure looks like“
- Critch & Krueger (2020) – ARCHES – Risikotaxonomie mit vielen Beteiligten und vielen Agenten
- Zwetsloot & Dafoe (2019) – die Dreiteilung der Risiken in Unfall, Missbrauch und Struktur
Offene Probleme
- Frühwarnindikatoren für Disempowerment (wer entscheidet tatsächlich was, und sind es noch Menschen?)
- Mechanismen, die Menschen tragend halten, ohne auf den Nutzen von KI zu verzichten
TM7Missbrauch: Unterstützung bei CBRN, Cyber und BeeinflussungSysteme, die mit ihren Nutzer:innen aligned sind, in den falschen Händen: Wie sehr hilft das Modell böswilligen Akteuren?
Beim Missbrauchsrisiko lautet die Frage nicht „wird das Modell uns verraten?“, sondern „wie viel Uplift verschafft es einem böswilligen Menschen“ – über das hinaus, was Internet und Lehrbücher bieten – in Bereichen, in denen der Schaden skaliert: biologische und chemische Waffen (die wichtigste kurzfristige Sorge nahe am existenziellen Risiko), offensive Cyberoperationen und Manipulation oder Beeinflussung im großen Stil. Dieses Bedrohungsmodell steht hinter den meisten heutigen Freigabeentscheidungen: Anthropic aktivierte die ASL-3-Schutzmaßnahmen für Claude Opus 4 vor allem aus Gründen der Biosicherheit, und jedes Frontier Safety Framework legt Fähigkeitsschwellen in diesen Bereichen fest.
Eigenheiten dieser Forschung: Sie ist durch und durch Dual Use (die Evaluation, die Bio-Uplift misst, ist selbst eine Gefahreninformation), daher findet die Arbeit teils hinter verschlossenen Türen mit strukturiertem Zugang statt; und der Schutz ist geschichtet – Training auf Ablehnung, gegen Jailbreaks robuste Klassifikatoren (z. B. Constitutional Classifiers), Monitoring und Know-your-Customer-Kontrollen – statt auf einem einzelnen Mechanismus zu beruhen. Schutz vor Missbrauch und Schutz vor Misalignment stehen stellenweise im Zielkonflikt: Ein Modell, das so gehärtet ist, dass es nie bei X hilft, lässt sich auch schlechter von Nutzer:innen korrigieren – das führt zurück zur Debatte um Corrigibility.
Wichtige Arbeiten
- Safety Frameworks der Frontier-Labore – Anthropic RSP; OpenAI Preparedness; DeepMind FSF – die Festlegung der Schwellen
- Anthropic (2025) – Constitutional Classifiers – Robustheit gegen Jailbreaks bei CBRN-Ablehnungen
- Evaluationen von UK AISI / NIST – Tests auf Missbrauchs-Uplift durch Dritte
Offene Probleme
- Den zusätzlichen Uplift rigoros messen, ohne die gemessene Gefahr selbst zu erzeugen
- Robustheit: Es werden immer wieder universelle Jailbreaks gefunden (siehe EV3)
TM8Risiken zwischen mehreren AgentenFehler, die es nur zwischen Systemen gibt: Absprachen, Konflikte, gleichzeitiges Versagen und außer Kontrolle geratene Dynamiken.
Wenn der Einsatz sich von Chatbots zu Populationen interagierender Agenten verschiebt, entstehen neue Angriffsflächen, die keine Evaluation eines einzelnen Modells erkennt: Absprachen (Agenten – z. B. Überwacher und Überwachter oder Marktteilnehmende – stimmen sich gegen ihre Auftraggeber:innen ab, womöglich über steganografische Kanäle); eskalierende Konflikte zwischen Agenten, die gegensätzliche Interessen vertreten; korreliertes Versagen (Tausende Agenten mit demselben Basismodell teilen dessen blinde Flecken und können gleichzeitig versagen); und destabilisierende Rückkopplungen, das Muster des Flash Crash verallgemeinert. Die Forschung zu Cooperative AI (Dafoe et al.) formuliert die positive Agenda: Systeme bauen, die kooperieren können, ohne Absprachen gegen Menschen zu ermöglichen.
Dieser Zweig zählt instrumentell für die Architektur der Sicherheit: Viele Aufsichtsverfahren (Debate, Untrusted Monitoring in AI Control) setzen voraus, dass Instanzen eines Modells nicht kooperieren – eine Annahme, die Steganografie und Korrelationen durch gemeinsame Gewichte direkt bedrohen. Diese Annahme per Red Teaming zu prüfen, ist eine konkrete, machbare Projektform.
Wichtige Arbeiten
- Dafoe et al. (2020) – „Open Problems in Cooperative AI“
- Hammond et al. (2025) – „Multi-Agent Risks from Advanced AI“ – der Überblick über das Feld (Cooperative AI Foundation)
- Motwani et al. (2024) – geheime Absprachen und Steganografie zwischen LLMs
Offene Probleme
- Steganografische Abstimmung zwischen Modellinstanzen erkennen
- Evaluationsmethoden für Verhalten, das erst auf Ebene vieler Agenten entsteht
TM9KontrollverlustDas Ergebnis, auf das dieser Zweig zuläuft: KI verfolgt Ziele, die wir nicht beabsichtigt haben, und Menschen können nicht mehr gegensteuern.
Kontrollverlust versteht man besser als Ergebnis denn als eigenen Fehlermodus – dort enden mehrere der Bedrohungsmodelle oben, und deshalb behandelt das Feld sie als dringend und nicht nur als unerwünscht. Üblicherweise unterscheidet man zwei Wege. Der abrupte Weg führt über Misalignment: Ein fähiges System mit Situational Awareness und abweichenden Zielen (TM3) handelt, um sich zu erhalten und Ressourcen zu erwerben (TM4), und die Aufsicht versagt, bevor jemand eingreift. Der schleichende Weg führt über systemische Dynamiken: Kein System wird abtrünnig, aber Menschen geben Entscheidungen in Wirtschaft, Kultur und Verwaltung Schritt für Schritt an KI ab, bis die Hebel mit nichts mehr verbunden sind (TM6). Das erste ist eine Geschichte der Machtübernahme, das zweite eine der Abdankung. Sie verlangen ganz unterschiedliche Maßnahmen, und wer sie vermischt, führt oft fruchtlose Diskussionen.
Was Kontrollverlust von anderen schlechten Ergebnissen unterscheidet, ist der Verlust der Umkehrbarkeit. Die meisten KI-Fehler kann man bemerken und hinterher beheben; hier ist genau der Mechanismus zum Beheben das, was versagt hat. Deshalb konzentriert sich so viel im Feld auf Corrigibility (F5), auf Aufsicht, die einen Fähigkeitsvorsprung übersteht (AL2), und auf Kontrollmaßnahmen, die bei einem Modell funktionieren, dem man nicht vertraut (AL4) – alles Versuche, den Schritt „und dann korrigieren wir es“ verfügbar zu halten. Darauf setzen letztlich auch Fähigkeitsschwellen und Safety Cases (EV1, GV1): dass wir im Voraus erkennen, wann dieser Schritt nicht mehr verfügbar sein wird. „Loss of Control“ ist außerdem ein Fachbegriff in Politikdokumenten – der International AI Safety Report und Chinas AI Safety Governance Framework nutzen ihn beide als oberste Kategorie –, daher lohnt es sich zu wissen, welchen der beiden Wege ein Dokument meint.
Wichtige Arbeiten
- Bostrom, Superintelligence (2014) – die ursprüngliche Formulierung des Kontrollproblems
- Carlsmith (2021, rev. 2022) – „Is Power-Seeking AI an Existential Risk?“ – das zerlegte Argument von Misalignment bis zur Katastrophe
- Kulveit et al. (2025) – „Gradual Disempowerment“ – der schleichende Weg ganz konkret
- International AI Safety Report (2025) – Kontrollverlust als eine der obersten Risikokategorien, mit der Beweislage
Offene Probleme
- Ob es eine Fähigkeitsschwelle gibt, ab der Kontrollmaßnahmen nicht mehr greifen, und ob sie sich erkennen lässt, bevor sie überschritten wird
- Safety Cases für „wir können das noch abschalten“, die auf Belegen statt auf Einzelfallargumenten beruhen
- Ob der schleichende Weg überhaupt mit technischen Mitteln angegangen werden kann oder ein rein institutionelles Problem ist
Alignment-Ansätze
Forschungsprogramme, die Systeme sicher machen wollen: beeinflussen, was Modelle lernen, beaufsichtigen, was wir nicht direkt prüfen können, verstehen, was im Inneren passiert, und eindämmen, was wir noch nicht vertrauen können.
AL1Lernen aus FeedbackRLHF, RLAIF, Constitutional AI, DPO: Modellverhalten mit menschlichen oder KI-Präferenzsignalen formen.
Das Arbeitspferd der heutigen Alignment-Praxis. RLHF: menschliche Präferenzvergleiche zwischen Modellausgaben sammeln, darauf ein Reward-Modell trainieren und die Strategie dagegen optimieren (Christiano et al. 2017; durch InstructGPT zum Standard geworden). RLAIF / Constitutional AI (Bai et al. 2022): Die meisten menschlichen Bewertungen werden durch KI-Feedback ersetzt, das sich an einem ausdrücklichen Satz von Prinzipien orientiert – einer Verfassung. Dadurch wird das Alignment-Ziel überprüfbar und lässt sich günstig weiterentwickeln. DPO und Nachfolger optimieren direkt auf Präferenzen und überspringen das explizite Reward-Modell. Zusammen haben diese Methoden Basismodelle zu nutzbaren Assistenten gemacht, und sie sind der Grund, warum heutige Modelle so aligned sind, wie sie es sind.
Kenne die Fehlermodi genauso gut wie die Methode, denn sie motivieren die halbe Karte: Reward-Modelle sind Ersatzgrößen, also führt Optimierung gegen sie zu Goodhart-Effekten (TM1); menschliche Bewertende belohnen Sycophancy und selbstsicher klingende Fehler; die Qualität des Signals ist durch das begrenzt, was Bewertende beurteilen können – und das bricht genau dann zusammen, wenn Modelle die Bewertenden übertreffen (das Problem der Scalable Oversight, AL2); und das gesamte Paradigma formt Verhalten, mit viel schwächeren Garantien für die zugrunde liegenden Ziele (TM3, und das Sleeper-Agents-Ergebnis, dass RLHF eingebaute Täuschung nicht entfernt).
Wichtige Arbeiten
- Christiano et al. (2017) – „Deep RL from Human Preferences“
- Ouyang et al. (2022) – InstructGPT – RLHF im Produktmaßstab
- Bai et al. (2022) – „Constitutional AI: Harmlessness from AI Feedback“
- Rafailov et al. (2023) – DPO
- Casper, Davies et al. (2023) – „Open Problems and Fundamental Limitations of RLHF“ – der kritische Überblick
Offene Probleme
- Belohnungssignale, die starker Optimierung standhalten (prozessbasierte Rewards, Ensembles, Reward-Modelle mit Unsicherheit)
- Was Präferenztraining mit internen Zielen macht, nicht nur mit Ausgaben
AL2Scalable OversightSysteme bei Aufgaben beaufsichtigen, bei denen Menschen die Richtigkeit nicht direkt beurteilen können – die zentrale Wette, um übermenschliche KI zu alignen.
Alignment über Feedback (AL1) braucht Bewertende, die gute von schlechten Ausgaben unterscheiden können. Sobald Modelle jenseits menschlicher Bewertungsfähigkeit arbeiten – Reasoning auf Forschungsniveau, Codebasen mit Millionen Zeilen, Pläne über lange Zeiträume –, trägt naives menschliches Feedback kein Signal mehr. Scalable Oversight ist die Familie von Verfahren, die schwache Aufsichtspersonen verstärken: Debate (Irving et al.): Zwei Modelle vertreten gegensätzliche Positionen, ein Mensch urteilt – in der Hoffnung, dass Lügen schwerer ist als Lügen zu widerlegen; Iterated Distillation and Amplification (Christiano): Ein Mensch mit KI-Assistenten zerlegt Aufgaben rekursiv, und das Gesamtsystem wird in das nächste Modell destilliert; Recursive Reward Modeling (Leike et al.): aligned Modelle helfen, stärkere zu bewerten; Selbstkritik (Saunders et al.): Modelle finden Fehler in Modellausgaben, um Bewertende zu unterstützen.
Weak-to-Strong Generalization (Burns et al. 2023) ist der empirische Mikrokosmos: Ein starkes Modell wird auf Labels eines schwachen Aufsehers fine-getuned, und man misst, wie viel der latenten Fähigkeit des starken Modells das schwache Signal hervorholt – Labels auf GPT-2-Niveau holen viel (nicht alles) der Leistung auf GPT-4-Niveau heraus. Positive, aber unvollständige Ergebnisse markieren den Stand der Forschung; aktuelle empirische Arbeit zu Debate zeigt bessere Treffsicherheit der Urteilenden bei schwierigen Fragen, aber auch Fehlermodi (verschleierte Argumente, Überzeugungskraft statt Wahrheit). Dieses Gebiet ist für neue Forschende ungewöhnlich zugänglich: klare Protokolle, messbare Ergebnisse und direkte Relevanz für die Aufsicht über automatisierte KI-Forschung (TM5).
Wichtige Arbeiten
- Irving, Christiano & Amodei (2018) – „AI Safety via Debate“
- Christiano et al. (2018) – IDA
- Leike et al. (2018) – die Agenda des Recursive Reward Modeling
- Burns et al. (2023) – „Weak-to-Strong Generalization“
- Khan et al. (2024) – Debate verbessert die Treffsicherheit der Urteilenden – empirische Unterstützung
Offene Probleme
- Findet Debate im Maßstab der Frontier-Modelle die Wahrheit, oder belohnt es Überzeugungskraft?
- Aufsichtsprotokolle, die stichhaltig bleiben, wenn das beaufsichtigte Modell schemt (Brücke zu AL4)
AL3InterpretabilityDie Black Box öffnen: die Berechnungen im Modell gut genug verstehen, um Ziele, Wissen und Täuschung zu prüfen.
Wenn ein strategisch handelndes Modell verhaltensbasierte Evaluationen austricksen kann (TM3), bleibt die Hoffnung, hineinzuschauen. Mechanistic Interpretability rekonstruiert die gelernte Berechnung: Circuits (Olah et al.), Induction Heads als Mechanismus des In-Context Learning (Olsson et al.) und die Hypothese der Superposition – Modelle speichern mehr Features, als sie Neuronen haben, indem sie diese in überlappenden Richtungen kodieren (Elhage et al.). Das motivierte Sparse Autoencoders (SAEs), die Aktivierungen in interpretierbare Features zerlegen. SAEs auf Frontier-Modelle zu skalieren (Anthropics Arbeiten zur Monosemanticity; parallele Arbeiten von OpenAI und DeepMind) brachte Millionen von Features zutage, darunter sicherheitsrelevante (zu Täuschung, zu Sycophancy), die sich durch Eingriffe steuern lassen („Golden Gate Claude“ als einprägsame Demo). Methoden mit Attribution Graphs und Circuit Tracing (2025) liefern inzwischen schrittweise Erklärungen bestimmter Modellberechnungen – und haben Modelle dabei ertappt, wie sie ihr Reasoning erfinden.
Ergänzende Werkzeuge: Probing (einfache Klassifikatoren auf Aktivierungen trainieren, um repräsentierte Informationen zu erkennen – günstig, nützlich, aber anfällig dafür, nur Korrelate zu finden); Representation Engineering / Activation Steering (Richtungen für Ehrlichkeit, Ablehnung oder Persona finden und an ihnen eingreifen – Ablehnung wird bekanntlich über eine einzige Richtung vermittelt, Arditi et al.); und Interpretability der Chain of Thought: Die CoT ist lesbar, aber nicht garantiert treu (Turpin et al. zeigten Modelle, die Entscheidungen nachträglich begründen, die aus nicht genannten Gründen fielen). Daraus entstand 2025 die laborübergreifende Position, dass die Überwachbarkeit der CoT eine wertvolle, aber zerbrechliche Sicherheitsmöglichkeit ist, die Trainingsentscheidungen (z. B. die CoT darauf zu optimieren, gut auszusehen) zerstören können.
Das Versprechen für die Sicherheit: Interpretability könnte Belege über Ziele und Täuschung liefern, die kein Verhaltenstest liefern kann – etwa Probes, die die Absicht eines Sleeper Agents zum Abtrünnigwerden erkennen, oder Audit-Teams, die das versteckte Ziel eines Modells aus seinem Innenleben herauslesen (Anthropics Arbeit zu Auditing Games). Die ehrliche Einschränkung: Die Abdeckung ist lückenhaft, die Methoden haben bekannte blinde Flecken (SAE-Features übersehen Dinge; Probes führen in die Irre), und „Enumerative Safety“ – das Bescheinigen, dass keine schädlichen Denkprozesse vorhanden sind – ist noch weit entfernt.
Wichtige Arbeiten
- Olah et al. (2020) – „Zoom In: An Introduction to Circuits“
- Elhage et al. (2022) – „Toy Models of Superposition“
- Bricken et al. (2023) / Templeton et al. (2024) – Monosemanticity und SAEs skaliert auf Claude 3 Sonnet
- Lindsey et al. (2025) – „On the Biology of a Large Language Model“ – Circuit Tracing
- Turpin et al. (2023) – fehlende Treue der CoT
- Korbak et al. (2025) – „Chain of Thought Monitorability“ – das laborübergreifende Positionspapier
- Marks et al. (2025) – Auditing Games: versteckte Ziele finden
Offene Probleme
- Erfassen SAE-artige Features die Variablen, die die Berechnung tatsächlich tragen?
- Zuverlässige Erkennung von Täuschung und Zielen, der ein strategisches Modell nicht ausweichen kann (Interpretability gegen Gegenspieler)
- Die CoT unter RL-Druck treu halten
AL4AI ControlSicherheit ohne Vertrauen: Abläufe, die sicher bleiben, selbst wenn das Modell aktiv schemt.
Ein bewusster Perspektivwechsel (Greenblatt, Shlegeris et al., Redwood Research): Statt darauf zu wetten, dass wir Modelle vertrauenswürdig machen können (Alignment), entwirft man Einsatzprotokolle, die unter der Annahme, dass das Modell ein Gegenspieler ist, sicher bleiben. Techniken: Trusted Monitoring (ein schwächeres, aber vertrauenswürdiges Modell prüft die Ausgaben des nicht vertrauenswürdigen Modells und markiert verdächtige Aktionen zur Prüfung durch Menschen); Untrusted Monitoring mit Maßnahmen gegen Absprachen; Trusted Editing; Resampling; und das Einschränken von Handlungsmöglichkeiten. Bewertet wird mit Control Evaluations: Ein Red Team spielt das schemende Modell und baut z. B. subtile Backdoors in Code ein, und man misst, ob das Protokoll die Angriffe erkennt und dabei nützlich bleibt – Sicherheit als messbares Spiel statt als Hoffnung.
Der Anwendungsbereich von Control ist ausdrücklich begrenzt: Es schafft Sicherheit in dem Fähigkeitsfenster, in dem Modelle gefährlich wären, wenn sie schemen, aber nicht so übermenschlich sind, dass sie das Monitoring überlisten – genau das Fenster, in dem Labore automatisierte Sicherheitsforschung gewinnen wollen (TM5). Es passt gut zu allem anderen auf dieser Karte: Control fängt ab, was Alignment-Training übersehen hat, und Control Evaluations geben Safety Cases (EV1) ihre Schlagkraft. Seit 2024 ist daraus von einem einzelnen Paper ein Teilgebiet mit eigener Konferenz geworden, das in die Safety Frameworks der Labore Eingang gefunden hat.
Wichtige Arbeiten
- Greenblatt et al. (2023) – „AI Control: Improving Safety Despite Intentional Subversion“ – das Gründungspaper
- Korbak et al. / UK AISI (2025) – Safety Cases auf Basis von Control
- Blog von Redwood Research – die laufende Reihe zu Protokollen, Absprachen und Grenzen
Offene Probleme
- Protokolle für langfristige agentische Einsätze (nicht nur einzelne Code-Einreichungen)
- Die Red-Team-Methodik skalieren, während die Angriffsfläche wächst
- Wann schließt sich das Fenster für Control?
AL5Eliciting Latent Knowledge und EhrlichkeitModelle dazu bringen, zu berichten, was sie tatsächlich „glauben“ – auch wenn die Anreize dafür sprechen, uns zu sagen, was wir erwarten.
ELK (die Problemstellung von ARC): Ein Modell könnte intern den wahren Zustand der Welt verfolgen, während seine Ausgaben nur verfolgen, was für menschliche Bewertende richtig aussieht – das Versagen als „Human Simulator“. Das kanonische Gedankenexperiment: eine KI, die einen Tresor bewacht und deren Kameras getäuscht werden können. Training auf menschlichen Urteilen kann einen Berichterstatter der Wahrheit nicht von einem Berichterstatter des Anscheins unterscheiden, weil beide überall übereinstimmen, wo Menschen nachprüfen können. ELK sucht Trainingsverfahren oder Architekturen, die das tatsächliche Wissen des Modells beweisbar hervorholen – vermutlich der theoretische Kern der Scalable Oversight, denn eine Lösung würde schwachen Aufsehern erlauben, sich die Erkenntnisfähigkeit starker Modelle zu leihen.
Empirische Arbeit zur Ehrlichkeit nähert sich demselben Ziel von unten: unüberwachtes Finden wahrheitsähnlicher Richtungen in Aktivierungen (CCS – Burns et al.; von späteren Analysen bestritten, die zeigen, dass solche Probes sich an anderen auffälligen Merkmalen festbeißen können); Lügenerkennung über Probing; Kalibrierung und „Modelle wissen, was sie wissen“ (Kadavath et al.); und die Unterscheidung zwischen Ehrlichkeit (sagt, was es glaubt) und Wahrhaftigkeit (was es sagt, ist wahr) – für Sicherheit braucht man vor allem Ersteres. Dieser Strang hängt eng mit Interpretability zusammen (AL3 liefert die Werkzeuge) und mit Sycophancy (TM1): Ein Modell, das für gefällige Antworten belohnt wird, wird aktiv vom ehrlichen Berichten wegtrainiert.
Wichtige Arbeiten
- Christiano, Cotra & Xu (2021) – „Eliciting Latent Knowledge“ – der Bericht von ARC
- Burns et al. (2022) – „Discovering Latent Knowledge“ (CCS)
- Kadavath et al. (2022) – „Language Models (Mostly) Know What They Know“
- Farquhar et al. (2023) – kritische Analyse des unüberwachten Findens von Wissen
Offene Probleme
- Irgendeine Methode, die Wahrheitsberichte beweisbar von menschlicher Simulation trennt
- Robuste Lügenerkennung, die ein Modell übersteht, das den Detektor kennt
AL6Agent Foundations und TheorieDie Mathematik des Handelns: Was sind Ziele, und wie verhalten sich Agenten, die Teil der Welt sind, die sie modellieren?
Der Theoriezweig stellt Fragen, die jede bestimmte Architektur überdauern: Embedded Agency (Demski und Garrabrant) – die klassische Entscheidungstheorie nimmt einen Agenten außerhalb seiner Umgebung an, aber echte Agenten bestehen aus demselben Stoff wie die Welt, können von ihr verändert werden und müssen über sich selbst nachdenken; Entscheidungstheorie für Agenten, deren Entscheidungen vorhersagbar sind oder mit denen anderer korrelieren; logische Unsicherheit (Schließen mit begrenzter Rechenleistung, z. B. Logical Induction); Kohärenzargumente dazu, wann sich Systeme wie Erwartungsnutzenmaximierer verhalten (und moderne Kritik daran, wie viel diese Argumente wirklich besagen); Selektionstheoreme; und beschreibende Theorien dazu, wie gelernte Ziele entstehen, etwa die Shard Theory. Corrigibility (F5) ist der bekannteste Export dieses Zweigs.
Ehrlich gesagt, für alle, die eine Richtung wählen: Dieses Gebiet ist risikoreich. Seine Begriffe prägen, wie das ganze Feld denkt (der Großteil von Zweig F stammt von hier), aber der Fortschritt ist langsam und für ML-Konferenzen schwer sichtbar, und nach 2022 hat sich viel Energie der Community auf empirische Arbeit verlagert. Der derzeit stärkste Ansatz ist hybrid: eine Frage der Agent Foundations nehmen („hat dieses Modell eine Zielrepräsentation?“, „treten Kohärenzzwänge mit der Skalierung auf?“) und sie an echten Modellen operationalisieren.
Wichtige Arbeiten
- Demski & Garrabrant (2019) – „Embedded Agency“
- Garrabrant et al. (2016) – Logical Induction
- Turner et al. (2022) – Shard Theory der Wertebildung
- Arbeiten von MIRI – Papers zu Entscheidungstheorie und Corrigibility
Offene Probleme
- Eine überzeugende formale Beschreibung von „Ziel“, die auf trainierte neuronale Systeme passt
- Welche Kohärenz- und Selektionszwänge für mit Gradient Descent trainierte Agenten tatsächlich greifen
Evaluation und Absicherung
Wie wir herausfinden, ob ein Modell gefährlich ist und ob unsere Sicherheitsmaßnahmen wirken – das empirische Rückgrat, das Bedrohungsmodelle mit Entscheidungen über den Einsatz verbindet.
EV1Evaluationen gefährlicher Fähigkeiten und Safety FrameworksMessen, was Modelle in Bereichen mit hohem Risiko können, und den Einsatz von den Ergebnissen abhängig machen.
Die tragende Maschinerie der heutigen Governance von Frontier-KI. Labore und Institute führen strukturierte Evaluationen in festgelegten Bereichen durch – CBRN-Uplift, offensive Cyberfähigkeiten, Autonomie/ARA (TM4) und automatisierte KI-Forschung (TM5) – und verpflichten sich über Frontier Safety Frameworks (Anthropics Responsible Scaling Policy, OpenAIs Preparedness Framework, DeepMinds Frontier Safety Framework) zu bestimmten Schutzmaßnahmen, sobald Fähigkeitsschwellen überschritten werden: stärkerer Schutz der Gewichte, Einschränkungen beim Einsatz oder eine Pause. Anthropics Aktivierung von ASL-3 für Claude Opus 4 (2025) war die erste große Schwellenüberschreitung in der Praxis. Tests durch Dritte wie das UK AI Security Institute, das US-amerikanische CAISI und METR ergänzen externe Prüfungen.
Der methodische Kern ist Capability Elicitation: Eine Evaluation gibt nur dann eine Obergrenze für das Risiko, wenn man eine Untergrenze für die Fähigkeit hat – daher nutzt gute Praxis Fine-Tuning, Scaffolding und Werkzeugzugang, um die maximale Leistung hervorzuholen, gerade um Sandbagging (TM3.2) und zu schwache Elicitation zu verhindern. Das zusammenfassende Ergebnis ist der Safety Case: ein strukturiertes, mit Belegen gestütztes Argument, dass ein System sicher eingesetzt werden kann. Mit steigenden Fähigkeiten weichen Unfähigkeitsargumente („es kann das nicht“) Kontrollargumenten („es kann damit keinen Erfolg haben“, AL4) und schließlich Vertrauensargumenten („es würde das nicht tun“, wofür Belege auf dem Niveau von AL3 nötig sind).
Wichtige Arbeiten
- Phuong et al., DeepMind (2024) – „Evaluating Frontier Models for Dangerous Capabilities“
- Anthropic RSP / OpenAI PF / DeepMind FSF – lies mindestens ein Framework ganz
- Clymer et al. (2024) – „Safety Cases: How to Justify the Safety of Advanced AI Systems“
- Veröffentlichungen von METR – Autonomie-Evaluationen und Methodik der Elicitation
Offene Probleme
- Garantien für Elicitation: Woher weiß man, dass man die Fähigkeitsgrenze gefunden hat?
- Schwellen auf Basis belastbarer Risikomodelle festlegen statt nach Gefühl
EV2Evaluationen von Alignment und NeigungenNicht, was das Modell kann, sondern was es tendenziell tut: Ehrlichkeit, Machtstreben, Selbsterhaltung, Scheming in freier Wildbahn.
Fähigkeits-Evaluationen fragen „kann es das?“; Evaluationen von Neigungen fragen „tut es das ungefragt?“. Dazu gehören agentische Szenarien nach Art eines Honeypots (exfiltriert sich das Modell, täuscht es oder reißt es Ressourcen an sich, wenn es die Gelegenheit und keine Anweisung hat – Apollos Scheming-Evaluationen, Anthropics Suite zu Agentic Misalignment), Testbatterien zu Sycophancy und Ehrlichkeit, Sabotage-Evaluationen (würde das Modell die Aufsicht untergraben, wenn es könnte?) und von Modellen geschriebene Evaluationen in großem Maßstab, um antrainierte Neigungen zu erfassen. Automatisierte Agenten für Verhaltens-Audits (z. B. Werkzeuge wie Petri, 2025) erzeugen und prüfen inzwischen Tausende Szenarien pro Modell.
Schwierig ist die Erkenntnisfrage, und Evaluation Awareness (TM3.3) ist der zentrale Störfaktor: Ein Modell, das den Honeypot erkennt, verhält sich gut, weil es ein Honeypot ist. Ansätze, an denen gearbeitet wird: realistischere Szenarien, Probing auf unausgesprochenes Erkennen von Evaluationen, das Messen von Verhaltensverteilungen statt einzelner Worst-Case-Durchläufe und das Abgleichen von Verhaltensergebnissen mit Interpretability (AL3). Versteh dieses Problem der Messvalidität gründlich – hier können viele Projekte ansetzen.
Wichtige Arbeiten
- Perez et al. (2022) – „Discovering Language Model Behaviors with Model-Written Evaluations“
- Meinke et al., Apollo (2024) – Evaluationen zu In-Context-Scheming
- Anthropic (2024–25) – Sabotage-Evaluationen; Petri für automatisierte Audits
Offene Probleme
- Validität von Evaluationen bei Modellen, die Evaluationen erkennen
- Von der Anekdote zur Rate: statistisch aussagekräftige Messung von Neigungen
EV3Red Teaming und adversarielle RobustheitSicherheitsmaßnahmen absichtlich angreifen: Jailbreaks, Prompt Injection und das Wettrüsten um Ablehnungen.
Jede Sicherheitseigenschaft ist eine Behauptung; Red Teaming ist der Weg, Behauptungen zu prüfen. Die Literatur zu Angriffen auf LLMs: handgemachte Jailbreaks (Rollenspiel, Kodierungstricks), universelle adversarielle Suffixe, die per Gradientensuche gefunden werden und zwischen Modellen übertragbar sind (GCG von Zou et al.), Many-Shot Jailbreaking, das lange Kontextfenster ausnutzt (Anil et al.), Fine-Tuning-Angriffe, die mit einer Handvoll Beispielen das Safety-Training entfernen, und – im Einsatz zunehmend am folgenreichsten – Prompt Injection gegen Agenten: adversarielle Anweisungen in Webseiten, E-Mails oder Tool-Ausgaben, die einen Agenten mitten in der Aufgabe kapern. Schutzmaßnahmen: Adversarial Training, gestaffelte Klassifikatoren für Ein- und Ausgaben (Constitutional Classifiers hielten Tausenden Stunden Red Teaming stand), interne Eingriffe nach Art von Circuit Breakers und Rechtetrennung auf Ebene der Agenten. Die ehrliche Bilanz: Schutzmaßnahmen machen Angriffe deutlich teurer; keine ist wasserdicht; die Robustheit hinkt den Fähigkeiten hinterher.
Strukturell lohnt der Blick auf die Asymmetrie zum Rest dieser Karte: Hier ist der Mensch der Gegenspieler und das Alignment des Modells die Angriffsfläche – das Spiegelbild von TM3, wo das Modell der Gegenspieler ist und die Evaluationen die Angriffsfläche sind. Beide Denkweisen und die Red-Team-Gewohnheit allgemein (greif dein eigenes Sicherheitskonzept an, bevor du ihm vertraust) lassen sich auf jeden Zweig hier übertragen, auch auf die Control Evaluations von AL4.
Wichtige Arbeiten
- Zou et al. (2023) – „Universal and Transferable Adversarial Attacks on Aligned Language Models“ (GCG)
- Anil et al. (2024) – „Many-Shot Jailbreaking“
- Anthropic (2025) – „Constitutional Classifiers“ – Schutzmaßnahme und Ergebnisse aus großem Red Teaming
- Greshake et al. (2023) – indirekte Prompt Injection gegen Anwendungen mit eingebundenen LLMs
Offene Probleme
- Irgendeine Robustheitsgarantie, die adaptiven Angriffen standhält
- Agentenarchitekturen, die sicher gegen Prompt Injection sind (ein offenes Problem, das für den Einsatz entscheidend ist)
EV4Benchmarks und ihre FehlermodiMessung ist das Fundament des Felds – und sie verfällt: Kontamination, Sättigung und Goodhart-Effekte bei den Evaluationen selbst.
Schlussfolgerungen zur Sicherheit sind nur so gut wie ihre Messungen, und Benchmarks versagen auf systematische Weise: Kontamination (Testdaten gelangen in Trainingskorpora und blähen die Werte auf); Sättigung (Frontier-Modelle erreichen die Obergrenze, und der Benchmark verliert seine Trennschärfe – die Halbwertszeit eines schweren Benchmarks wird immer kürzer); fehlende Konstruktvalidität (der Benchmark misst Testverhalten bei einer Ersatzgröße, nicht die Eigenschaft im Titel – „Wahrhaftigkeit“, „Sicherheit“); und Goodhart-Effekte, bei denen Optimierungsdruck auf eine öffentliche Zahl – durch Entwickler:innen oder durch Modelle – sie von der eigentlichen Qualität entkoppelt, dieselbe Dynamik wie bei TM1 eine Ebene höher. Modelle mit Evaluation Awareness (TM3.3) bringen den neuesten Fehler: Benchmarks, die der Prüfling erkennt.
Handwerkliche Gegenmittel, die man kennen sollte: zurückgehaltene und regelmäßig erneuerte private Testsets; Erkennung von Kontamination; Angabe von Unsicherheit und der Ansatz, Evaluationen als Statistik zu behandeln (Fehlerbalken, Poweranalyse – Miller 2024); dynamische und adversariell aktualisierte Benchmarks; und aufgabenbasierte, ökologisch valide Evaluation (lange Aufgaben im Stil von METR) statt Multiple-Choice-Ersatzgrößen. Für Einsteiger:innen sind Kritik und Bau von Benchmarks ungewöhnlich wirkungsvolle frühe Beiträge – viele Meinungsverschiedenheiten im Feld laufen am Ende auf Streit über Messungen hinaus.
Wichtige Arbeiten
- Miller (2024) – „Adding Error Bars to Evals“
- Literatur zu Kontamination – z. B. Yang et al. (2023) zu Kontamination durch umformulierte Beispiele
- Aufgabensammlungen von METR – Design ökologisch valider Evaluationen über lange Zeiträume
Offene Probleme
- Benchmarks, die sowohl bei Kontamination als auch bei Evaluation Awareness gültig bleiben
- Standards für statistische Strenge bei sicherheitskritischen Aussagen aus Evaluationen
Governance und Strategie
Die institutionelle Ebene: Politik und Koordinationsmechanismen, die bestimmen, ob technische Sicherheitsarbeit dort angewendet wird, wo es darauf ankommt. Auch wer rein technisch forscht, profitiert davon, diese Landschaft zu kennen.
GV1Frontier Safety Policies und Safety CasesDie Wenn-dann-Zusagen, die technische Belege mit Entscheidungen über den Einsatz verbinden.
Die Governance-Ebene, die der technischen Arbeit am nächsten ist. Frontier Safety Frameworks (EV1) sind freiwillige Wenn-dann-Zusagen: Wenn Evaluationen Fähigkeit X zeigen, dann Schutzmaßnahmen Y, bevor Training oder Einsatz weitergehen. Ihre Stärke ist, dass sie Sicherheit nachvollziehbar und prüfbar machen; ihre Schwäche ist die Freiwilligkeit unter Wettbewerbsdruck – mehrere Labore haben ihre Frameworks angepasst, als Schwellen näher rückten. Das Bindeglied ist der Safety Case: Labore müssen Sicherheit zunehmend begründen statt nur behaupten – und jede Art von Argument (Unfähigkeit, Kontrolle, Vertrauenswürdigkeit) braucht Belege aus den Zweigen AL und EV. Regulierung beginnt, Teile davon verbindlich zu machen: die GPAI-Pflichten des EU AI Act und Kaliforniens SB 53 (2025), das Entwickler:innen von Frontier-Modellen verpflichtet, Safety Frameworks zu veröffentlichen und Vorfälle zu melden.
Wichtige Arbeiten
- Anthropic RSP; OpenAI PF; DeepMind FSF – die Primärdokumente
- Clymer et al. (2024) – Taxonomie der Safety Cases
- EU AI Act GPAI code of practice; CA SB 53 – erstes verbindliches Recht, das Frontier-Sicherheit berührt
Offene Probleme
- Wenn-dann-Zusagen unter Wettlaufanreizen glaubwürdig machen
- Belege standardisieren: Was sollten Regulierungsbehörden als Sicherheitsnachweis akzeptieren?
GV2Compute GovernanceRechenleistung ist erkennbar, messbar und konzentriert – der am besten regulierbare Input für Frontier-KI.
Trainingsläufe für Frontier-Modelle brauchen enorme, physisch konzentrierte Rechenleistung, die durch eine Lieferkette mit kritischen Engpässen fließt (EUV-Lithografie: ASML; modernste Chipfabriken: TSMC; Beschleuniger-Design: NVIDIA). Damit ist Rechenleistung der seltene KI-Input, den Staaten tatsächlich sehen und steuern können: Exportkontrollen für fortgeschrittene Chips, Meldeschwellen für Trainingsläufe (z. B. ab 10^26 FLOP), Know-your-Customer-Regeln für Cloud-Rechenleistung und Vorschläge für hardwaregestützte Governance-Mechanismen (Attestierung auf dem Chip, Standortverifikation). Sastry et al. ist der Standardüberblick, auch zu den Grenzen: Effizienzgewinne bei Algorithmen höhlen die Bedeutung von Schwellen mit der Zeit aus, Kontrollen sind lückenhaft, und Skalierung im Post-Training und bei der Inferenz macht den „großen Trainingslauf“ als Regulierungsziel komplizierter.
Wichtige Arbeiten
- Sastry et al. (2024) – „Computing Power and the Governance of AI“
- Das US-Exportkontrollregime (seit 2022) – das laufende Politikexperiment
- RAND (2024) – „Securing AI Model Weights“ – die Ergänzung zur Sicherheit
Offene Probleme
- Governance-Ziele, die dem Effizienzzuwachs bei Algorithmen standhalten
- Verifikationsmechanismen für internationale Vereinbarungen über Rechenleistung
GV3Internationale Koordination und InstitutionenWettlaufdynamiken sind das Metaproblem: Sicherheitsarbeit zählt nur, wenn niemand gezwungen ist, sie zu überspringen.
Die meisten Szenarien katastrophaler Risiken werden durch dieselbe Dynamik verschärft: Akteure, die glauben, dass Langsamerwerden Verlieren bedeutet, kürzen Sicherheitsmargen – zwischen Laboren und zwischen Staaten (der Rahmen USA gegen China prägt die aktuelle Debatte). Die bisherige institutionelle Antwort: die Reihe der KI-Gipfel (ab Bletchley 2023) mit ihrem wissenschaftlichen Rückgrat, dem International AI Safety Report (unter Vorsitz von Bengio); ein Netzwerk nationaler AI Safety bzw. Security Institutes (UK AISI – 2025 in Security Institute umbenannt –, das US-amerikanische CAISI und Gegenstücke), die als staatliche Kapazität Evaluationen durchführen; und Forschung zur Verifikation – das technische Problem, die Einhaltung künftiger Vereinbarungen über Rechenleistung oder Entwicklung nachzuweisen, ohne Geheimnisse preiszugeben; weithin als Engpass für sinnvolle internationale Abkommen gesehen. Für technisch Forschende sind Verifikationsmechanismen, die Standardisierung von Evaluationen und der Schutz von Modellgewichten die Stellen, an denen technisches Können direkt der Koordination dient.
Wichtige Arbeiten
- International AI Safety Report (2025–26) – die wissenschaftliche Konsensbasis
- Bletchley Declaration (2023) – erste gemeinsame Erklärung zu Frontier-Risiken, auch von den USA und China
- Forschungsagenda zur Verifikation – z. B. die Literatur zu flexiblen hardwaregestützten Garantien
Offene Probleme
- Vertrauensfreie Verifikation von Vereinbarungen über Trainings-Rechenleistung
- Institutionelle Designs, die Wettläufe bremsen, ohne nützlichen Fortschritt einzufrieren
Kein Begriff passt zu diesem Filter. Versuch einen allgemeineren Begriff.
Diese Karte zeigt das Feld mit Stand Mitte 2026, und ihre Einteilung ist zwangsläufig eine Meinung – die meisten dieser Begriffe sind älter als ihre heutigen Namen, und einige gehören in mehr als einen Zweig. Versteh die Codes als Koordinaten für die Diskussion, nicht als feststehende Ordnung. Korrekturen und Ergänzungen gehören zur Forschungskultur: Wenn dein Projekt hier eine Grenze neu zieht, ist das ein Beitrag.
Text von David Williams-King, aus The Safety Apprentice, einer von ihm gegründeten Community-Ressource. Verwendet unter CC BY 4.0; Layout angepasst und ins Deutsche übersetzt von Safe AI Germany. Den Rahmen hinter den drei Arten von Risiken findest du unter Warum AI Safety wichtig ist.